
Preise richtig kalkulieren: So finden Sie den optimalen Mietpreis

Marc
MonteurBook Redaktion
Viele Vermieter von Monteurzimmern stehen vor dem gleichen Dilemma: Bieten Sie zu günstig an, decken Sie Ihre Kosten kaum und fragen sich am Monatsende, warum sich die ganze Arbeit eigentlich lohnen soll. Bieten Sie zu teuer an, bleiben die Zimmer leer, und die Fixkosten laufen trotzdem weiter.
Die gute Nachricht: Der richtige Preis ist keine Glückssache. Er lässt sich aus wenigen Zahlen herleiten, die Sie ohnehin kennen sollten.
Was der Markt aktuell zahlt
Bevor Sie mit der Kostenkalkulation beginnen, hilft ein Blick auf den Markt. Nicht weil der Marktpreis das Maß aller Dinge ist, sondern weil er Ihnen zeigt, in welchem Korridor Sie sich bewegen.
Nach Lage (pro Person und Nacht, Stand 2025/2026):
- Ländliche Regionen: 10 bis 30 Euro
- Mittelgroße Städte: 20 bis 40 Euro
- Großstädte und Ballungsräume: 25 bis 60 Euro
Nach Ausstattung:
- Einfach (Gemeinschaftsbad, Grundausstattung): 10 bis 30 Euro
- Standard (eigenes Bad, WLAN, Kochgelegenheit): 20 bis 45 Euro
- Komfort (moderne Einrichtung, Vollausstattung): 25 bis 60 Euro
Konkrete Städtebeispiele:
- Berlin: 20 bis 40 Euro
- München und Hamburg: 30 bis 60 Euro, teils mehr
- Leipzig, Essen, vergleichbare Mittelstädte: 15 bis 28 Euro
Diese Spannen sind weit. Das ist kein Fehler, sondern die Realität: Ein frisch renoviertes Zimmer mit eigenem Bad in Hannover kann problemlos das Doppelte eines veralteten Gemeinschaftsbad-Zimmers in derselben Stadt erzielen. Positionieren Sie sich also nicht nur nach Stadt, sondern nach tatsächlicher Ausstattung und Qualität.
Der häufigste Fehler: mit 30 Nächten rechnen
Wer seinen Preis auf Basis von 30 belegten Nächten pro Monat kalkuliert, wird früher oder später enttäuscht sein. In der Praxis sind 60 bis 80 Prozent Auslastung, also 18 bis 24 Nächte im Monat, ein realistisches Ziel für gut geführte Monteurzimmer. Neueinsteiger rechnen besser mit 60 Prozent, bis die Bewertungen und die Sichtbarkeit aufgebaut sind.
Wer mit 30 Nächten plant, unterschätzt systematisch seinen Preis und wundert sich, dass am Monatsende weniger bleibt als gedacht.
Ihre eigene Preisformel
Die Grundstruktur ist einfach:
(Gesamtkosten pro Monat ÷ realistische Belegungsnächte) + Gewinnmarge = Mindestpreis pro Nacht
Der Mindestpreis ist das, was Sie brauchen, um kostendeckend zu arbeiten. Alles darüber ist Ihr Gewinn.
Welche Kosten gehören in die Rechnung?
Fixkosten (laufen unabhängig von der Belegung):
- Miete oder kalkulatorische Kapitalkosten für die Immobilie
- Strom, Gas, Wasser (Grundgebühren)
- Internet und Telefon
- Versicherungen
- Steuerberatung, Verwaltungsaufwand
- Instandhaltungsrücklage (oft unterschätzt: mindestens 5 bis 10 Prozent der Mieteinnahmen zurücklegen)
Variable Kosten (entstehen pro Buchung oder Nacht):
- Reinigungskosten pro Gastwechsel: oft 25 bis 35 Euro pro Zimmer, je nach Größe und Aufwand
- Verbrauchsmaterial (Bettwäsche, Handtücher, Toilettenartikel)
- Mehrverbrauch Strom, Wasser, Heizung
Reinigungskosten werden am häufigsten unterschätzt, besonders wenn viele kurze Aufenthalte aufeinanderfolgen. Bei einem Gastwechsel alle zwei bis drei Tage summiert sich das schnell.
Rechenbeispiel: Sechs-Betten-Objekt
Angenommen, Sie betreiben ein Haus mit sechs Betten und haben monatliche Gesamtkosten von 2.900 Euro (Fixkosten inklusive Rücklagen, Reinigung auf Basis normaler Auslastung).
| Auslastung | Belegungsnächte/Monat | Benötigter Preis/Nacht |
|---|---|---|
| 60 % | 108 Nächte (6 Betten × 18) | 26,85 Euro |
| 75 % | 135 Nächte (6 Betten × 22,5) | 21,48 Euro |
| 90 % | 162 Nächte (6 Betten × 27) | 17,90 Euro |
Bei 60 Prozent Auslastung brauchen Sie also mindestens 26,85 Euro pro Bett und Nacht, nur um die Kosten zu decken. Ihre Marge kommt oben drauf. Das bedeutet für ein realistisch kalkuliertes Angebot: Unter 30 bis 32 Euro sollten Sie in diesem Beispiel nicht gehen, es sei denn, die Auslastung liegt dauerhaft deutlich über 75 Prozent.
Staffelpreise: Das Werkzeug für Langzeitbuchungen
Monteure buchen selten für eine Nacht. Viele kommen für Wochen oder Monate. Wer das nicht in seiner Preisgestaltung abbildet, verliert entweder Langzeitgäste an günstigere Anbieter oder verschenkt Potenzial bei Kurzbuchungen.
Die bewährte Struktur:
| Aufenthaltsdauer | Preisniveau |
|---|---|
| 1 bis 6 Nächte | Höchster Preis (Kurzbuchungsaufschlag gerechtfertigt: mehr Aufwand je Nacht) |
| 7 bis 27 Nächte | 10 bis 15 Prozent Rabatt auf den Grundpreis |
| 28 Nächte und mehr | 20 bis 30 Prozent Rabatt auf den Grundpreis |
Konkrete Formel für den Wochentarif:
Wochenpreis = 5,5 × Tagespreis
Bei einem Grundpreis von 25 Euro pro Nacht ergibt das: 5,5 × 25 = 137,50 Euro pro Woche. Das entspricht einem Rabatt von etwa 21 Prozent gegenüber sieben Einzelnächten (175 Euro). Dieser Rabatt fühlt sich für den Gast großzügig an, ist aber immer noch deutlich besser als eine leere Nacht.
Der Grund für den Faktor 5,5 statt 7: Bei längeren Aufenthalten fallen weniger Gastwechsel und damit weniger Reinigungskosten an. Sie sparen echten Aufwand, den Sie weitergeben können.
In MonteurBook legen Sie diese Staffeln direkt im Dashboard an. Das System wählt dann automatisch die passende Preisregel anhand der gebuchten Nächte aus, ohne dass Sie bei jeder Anfrage manuell eingreifen müssen.
Preisdarstellung: Vier praktische Hinweise
Runde Zahlen verwenden. 25 Euro wirkt vertrauenswürdiger als 24,80 Euro. Gäste interpretieren krumme Preise als Zeichen unsicherer Kalkulation.
All-inclusive ist besser als Aufpreise. Nennen Sie einen Komplettpreis, der WLAN, Bettwäsche und Strom einschließt. Versteckte Zusatzkosten führen zu Vertrauensverlust, vor allem bei Stammgästen.
Keine Preissenkung bei leeren Zimmern. Das ist ein häufiger Reflex, der fast immer am Problem vorbeigeht. Leere Zimmer trotz guten Preises sind fast immer ein Problem mit Sichtbarkeit, Fotos oder Beschreibungstexten, nicht mit dem Preis selbst. Wer unter seinen Mindestpreis geht, bezahlt dafür doppelt: Er füllt zwar das Zimmer, aber mit einem Verlust.
Reserven einplanen. Mindestens 5 bis 10 Prozent der Einnahmen sollten als Rücklage für Instandhaltung und Leerstand beiseitegelegt werden. Ein defekter Boiler oder eine unerwartete Reparatur trifft Sie sonst direkt im laufenden Monat.
Die häufigsten Kalkulationsfehler
Zur Übersicht die Punkte, an denen die meisten Rechenmodelle scheitern:
- Fixkosten vergessen: Wer nur Verbrauchskosten ansetzt und Versicherung, Steuerberatung oder Rücklagen weglässt, rechnet sich arm.
- 30 Nächte als Basis: Realistische Auslastung liegt bei 18 bis 24 Nächten. Wer mit 30 plant, wird systematisch zu günstig.
- Reinigungskosten unterschätzt: Besonders bei häufigen Gastwechseln sind 25 bis 35 Euro pro Zimmer und Wechsel keine Seltenheit.
- Keine Rücklage: Ohne Reserve ist jede ungeplante Ausgabe ein Problem.
- Preis gesenkt statt Sichtbarkeit verbessert: Schlechte Fotos und dünne Beschreibungen sind der häufigere Grund für leere Zimmer als ein falscher Preis.
Fazit
Den richtigen Preis für Ihr Monteurzimmer zu finden ist kein Bauchgefühl, sondern Rechenarbeit. Wer seine monatlichen Kosten kennt, eine realistische Auslastung annimmt und Staffelpreise für kurze und lange Aufenthalte einrichtet, hat einen Preis, dem er auch unter Druck standhalten kann.
Wenn Sie Ihre Staffelpreise direkt in einem Buchungssystem hinterlegen möchten, zeigt Ihnen die MonteurBook-Dokumentation zur Preiskonfiguration, wie das in wenigen Minuten eingerichtet ist.
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