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Checkliste beim Einzug: Was Sie im Monteurzimmer prüfen sollten

Checkliste beim Einzug: Was Sie im Monteurzimmer prüfen sollten

6. April 20268 Min. Lesezeit
Marc

Marc

MonteurBook Redaktion

Sie sind fünf Stunden gefahren. Die Baustelle fängt morgen früh um sechs an. Jetzt wollen Sie nur noch duschen und schlafen. Der Vermieter hat Ihnen den Schlüssel übergeben, die Tür fällt hinter Ihnen ins Schloss, und Sie lassen die Tasche fallen.

Nehmen Sie sich trotzdem noch 30 Minuten. Diese halbe Stunde kann Ihnen im schlimmsten Fall Hunderte Euro und wochenlangen Ärger ersparen. Wer beim Einzug dokumentiert, ist beim Auszug auf der sicheren Seite.

Hier ist, was Sie tun sollten.

Erst ankommen, dann prüfen: Was das Übergabeprotokoll ist und warum es zählt

Das Übergabeprotokoll ist ein schriftlicher Nachweis über den Zustand der Unterkunft zum Zeitpunkt Ihres Einzugs. Es enthält die Daten beider Parteien, Datum und Uhrzeit, den Zustand der Räume (Wände, Böden, Decken, Fenster), den Zustand von Möbeln und Geräten, bestehende Schäden mit Beschreibung, Zählerstände, die Anzahl der übergebenen Schlüssel sowie die Unterschriften von Vermieter und Mieter.

Wenn es beim Auszug Streit über angebliche Schäden gibt, ist das Protokoll Ihr wichtigstes Dokument. Ohne es stehen Aussage gegen Aussage. Mit einem sauber ausgefüllten Protokoll ist klar: Was beim Einzug schon beschädigt war, kann Ihnen beim Auszug nicht angelastet werden.

Was tun, wenn kein Protokoll vorliegt? Einige Vermieter bieten es von sich aus an, andere nicht. Wenn keines vorbereitet ist, fragen Sie aktiv danach. Wenn der Vermieter ablehnt: Schicken Sie ihm unmittelbar nach dem Einzug eine E-Mail mit Ihren Beobachtungen und bitten Sie um eine kurze Bestätigung. Das ersetzt das Protokoll zwar nicht vollständig, schafft aber einen zeitgestempelten Nachweis.

Unterschreiben Sie nichts, was nicht stimmt. Wenn ein Punkt strittig ist, halten Sie ihn explizit im Protokoll fest, bevor Sie unterschreiben. Ein Kommentar wie "Kratzer auf linker Seite des Kühlschranks nicht in Protokoll aufgenommen, Mieter widerspricht" ist besser als eine unkommentierte Unterschrift.

Schritt 1: Fotos machen, bevor Sie die Koffer auspacken

Legen Sie die Taschen ab, nehmen Sie das Handy heraus und fotografieren Sie jeden Raum in Ruhe, bevor irgendetwas verändert wird. Wichtig sind:

  • Küche: Gesamtansicht, Herd, Kühlschrank, Arbeitsflächen, ggf. vorhandene Kratzer oder Flecken
  • Bad: Dusche oder Wanne, Toilette, Fliesen, Spiegel
  • Schlafbereich: Bett, Matratze, Böden, Fenster
  • Wohnbereich (falls vorhanden): Sofa, Tisch, Wände
  • Alle sichtbaren Vorschäden: Auch kleine Risse, Flecken oder abgeplatzte Farbe

Schicken Sie die Fotos unmittelbar danach an Ihre eigene E-Mail-Adresse. Damit haben Sie einen Zeitstempel, der unabhängig von der Metadaten Ihres Handys ist. Das ist im Streitfall ein starkes Argument.

Schritt 2: Die Unterkunft mit dem Inserat abgleichen

Was wurde Ihnen versprochen? Öffnen Sie das Inserat, mit dem Sie gebucht haben, und gleichen Sie die wesentlichen Punkte ab:

Basisausstattung:

  • Stimmt die Anzahl der Betten oder Schlafplätze?
  • Ist eine Küche vorhanden, und ist sie vollständig ausgestattet (Herd, Kühlschrank, Wasserkocher, Kaffeemaschine, ausreichend Geschirr und Töpfe)?
  • Gibt es eine Waschmaschine, und funktioniert sie?
  • Ist ein Parkplatz vorhanden, und ist er nutzbar?

Technische Ausstattung:

  • WLAN-Passwort vorhanden? Verbinden Sie sich sofort und führen Sie einen kurzen Geschwindigkeitstest durch (z.B. über fast.com oder speedtest.net). Wenn im Inserat "schnelles Internet" steht und der Download unter 10 Mbit/s liegt, ist das ein Mangel, den Sie dokumentieren sollten.

Sicherheitsausstattung:

  • Rauchmelder vorhanden und augenscheinlich funktionsfähig? Das ist in allen deutschen Bundesländern Pflicht. Fehlt er, melden Sie das schriftlich.
  • CO-Melder (bei Gasheizung oder -herd empfehlenswert)?

Wenn die Unterkunft nicht dem entspricht, was im Inserat beschrieben oder vereinbart wurde, gilt: Der Vermieter ist rechtlich verpflichtet, die Unterkunft im vertraglich vereinbarten Zustand bereitzustellen. Mängel, die er zu verantworten hat, muss er auf eigene Kosten beheben.

Schritt 3: Alle Funktionen kurz prüfen

Das klingt nach mehr Aufwand als es ist. Es sind wenige Minuten, aber Sie wissen danach, womit Sie es zu tun haben.

Heizung und Warmwasser:

  • Lässt sich die Heizung regulieren? Wird sie warm?
  • Gibt es heißes Wasser an der Dusche und am Waschbecken?

Fenster und Türen:

  • Öffnen und schließen alle Fenster ordentlich? Schließen sie dicht?
  • Lässt sich die Eingangstür problemlos auf- und zusperren?

Elektrik:

  • Gibt es ausreichend funktionierende Steckdosen?
  • Funktioniert die Beleuchtung in allen Räumen?

Sonstiges:

  • Ist die Unterkunft sauber übergeben worden? Saubere Bettwäsche und Handtücher sollten beim Einzug bereitliegen.
  • Gibt es ausreichend Küchenmaterial für die geplante Aufenthaltsdauer?

Schritt 4: Schlüssel und Zugangsdaten notieren

Halten Sie fest:

  • Wie viele Schlüssel haben Sie erhalten? Von welchem Typ (physischer Schlüssel, Zahlencode, App, Chip)?
  • Wer ist Ansprechpartner, wenn etwas nicht funktioniert, und unter welcher Nummer?
  • Gibt es Besonderheiten beim Parken, beim Mülltrennen oder bei Ruhezeiten, die Sie kennen sollten?

Schritt 5: Mängel sofort und schriftlich melden

Wenn Sie bei der Prüfung etwas feststellen, das nicht stimmt, melden Sie es innerhalb von 24 Stunden. Das ist wichtig, denn bei längerem Schweigen kann unterstellt werden, dass Sie den Mangel akzeptiert haben.

Die Meldung muss schriftlich erfolgen. Eine E-Mail reicht, eine WhatsApp-Nachricht mit Lesebestätigung ebenfalls. Mündliche Hinweise sind ohne Protokollnotiz schwer beweisbar.

Was Ihre Nachricht enthalten sollte:

  • Eine klare Beschreibung des Mangels
  • Den betroffenen Raum oder das betroffene Gerät
  • Falls vorhanden: ein Foto als Anhang
  • Eine angemessene Frist zur Behebung (bei Heizung oder Warmwasser: sofort, bei kleineren Mängeln: innerhalb weniger Tage)

Wenn der Vermieter nicht reagiert oder die Mängel nicht behebt, haben Sie als Mieter Rechte. Welche das im Einzelfall sind, hängt von der Art des Mietverhältnisses ab. Im Zweifelsfall hilft ein kurzes Gespräch mit einem Mieterrechtsverein oder einer Verbraucherberatungsstelle.

Kompakte Einzugs-Checkliste

Zum schnellen Abhaken in den ersten 30 Minuten:

Dokumentation:

  • Fotos von allen Räumen und allen sichtbaren Schäden
  • Fotos per E-Mail an sich selbst geschickt (Zeitstempel)
  • Übergabeprotokoll unterschrieben oder schriftliche Alternative erstellt

Ausstattung prüfen:

  • Bettenzahl und -qualität stimmt mit Inserat überein
  • Küche vollständig (Herd, Kühlschrank, Geschirr, Töpfe)
  • Waschmaschine vorhanden und funktionsfähig (falls vereinbart)
  • Rauchmelder vorhanden

Technik testen:

  • WLAN verbunden, Geschwindigkeit geprüft
  • Heizung funktioniert und lässt sich regulieren
  • Warmwasser vorhanden
  • Alle Fenster und Türen schließen ordentlich
  • Steckdosen und Beleuchtung funktionieren

Zugänge und Kontakte:

  • Schlüsselanzahl und -typ notiert
  • Ansprechpartner und Notfallnummer notiert
  • Hausordnung gelesen (Ruhezeiten, Mülltrennung, Parken)

Mängel:

  • Alle festgestellten Mängel schriftlich an Vermieter gemeldet

Unterkunft über MonteurBook gebucht?

Wenn Sie Ihre Unterkunft über MonteurBook gefunden haben, können Sie Mängel direkt über das Buchungssystem an den Vermieter melden. Das schafft einen sauberen schriftlichen Nachweis, ohne dass Sie E-Mail-Adressen suchen oder Screenshots sichern müssen.


Die ersten 30 Minuten nach der Ankunft sind keine verlorene Zeit, auch wenn sie sich im Moment so anfühlen. Was Sie jetzt dokumentieren, schützt Sie für die gesamte Dauer Ihres Aufenthalts. Und wenn beim Auszug doch Fragen auftauchen, haben Sie eine klare Grundlage.

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